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Heirat / Eintragung Partnerschaft

Wirkung

Nach der Heirat werden die Ehegatten rückwirkend für die ganze Steuerperiode und nicht erst ab dem Zeitpunkt der Heirat gemeinsam besteuert. Dabei werden Einkommen und Vermögen der Ehegatten ohne Rücksicht auf den Güterstand zusammengerechnet.

Gemäss § 12 Abs. 1bis StG entspricht die Stellung eingetragener Partnerinnen oder Partner in diesem Gesetz derjenigen von Ehegatten. Die nachfolgenden Ausführungen gelten somit auch für Partnerinnen und Partner in eingetragener Partnerschaft.

Steuererklärungsverfahren

Eine gemeinsame Steuererklärung ist bereits für die Steuerperiode (Kalenderjahr) einzureichen, in welchem die Heirat oder die Eintragung der Partnerschaft erfolgt ist. Die Steuererklärung hat die Einkommen- und Vermögenswerte beider Ehegatten bzw. Partner(innen) zu enthalten. Die Ehegatten bzw. Partner(innen) haben beide die Steuererklärung persönlich zu unterschreiben.

Steuerveranlagung/ -berechnung

Für das gesamte Jahr der Heirat oder der Eintragung der Partnerschaft erfolgt eine gemeinsame Steuerveranlagung.

Für die Berechnung der Einkommenssteuer gilt für Alleinstehende und gemeinsam besteuerte Ehegatten der gleiche Tarif. Der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von Verheirateten wird mittels Vollsplitting Rechnung getragen. Dabei wird, ausgehend vom steuerbaren Einkommen, das satzbestimmende Einkommen mit dem Vollsplitting-Divisor von 2 ermittelt. Danach wird berechnet, wieviel die einfache Steuer eines Alleinstehender prozentual für das ermittelte satzbestimmende Einkommen betragen würde. Schliesslich wird die einfache Steuer der Verheirateten mit dem ermittelten Prozentsatz vom gesamten steuerbaren Einkommen berechnet.

Steuerbezug

Provisorische Steuerrechnungen, welche vor der Heirat für Alleinstehende ausgestellt wurden, werden in der Steuerperiode der Heirat aufgehoben und durch eine gemeinsame provisorische Steuerrechnung ersetzt. Ehegatten in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe haften solidarisch für die Gesamtsteuer.

Verfahrensrechte und -pflichten

Gemäss § 149 StG üben Ehegatten in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe die nach diesem Gesetz dem Steuerpflichtigen zukommenden Verfahrensrechte und Verfahrenspflichten gemeinsam aus. Rechtsmittel und andere Eingaben gelten als rechtzeitig eingereicht, wenn ein Ehegatte innert Frist handelt.

Weitere Informationen

Bezüglich weiteren steuerrechtlichen Fragen zur Heirat finden Sie in der Thurgauer Steuerpraxis in folgenden Weisungen: